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Rückengesundheit lässt die Muskeln spielen

|Fachklinik 360°

Zum Tag der Rückengesundheit: Interview mit Klaus-Peter Renckhoff, Leiter des Schmerzzentrums der Fachklinik 360°

Ratingen. Der Rückenschmerz hat sich zum Volksleiden Nummer Eins entwickelt, rund 80 Prozent aller Menschen leiden hierzulande mindestens einmal in ihrem Leben darunter. Der Tag der Rückengesundheit stellt deshalb in diesem Jahr zur Prävention von Rückenschmerzen die 656 Muskeln des Menschen, insbesondere die etwa 150 wirbelsäulennahen Muskeln, in den Fokus: „Stärke deine Muskeln – bleib‘ rückenfit!“ lautet das Motto. Ziel des Aktionstages, der von der Aktion Gesunder Rücken (AGR) und dem Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR) initiiert wurde, ist es, ein Bewusstsein für den Zusammenhang von körperlicher Aktivität und der damit einhergehenden Vorbeugung und Linderung von Rückenbeschwerden zu schaffen.

Keine Frage: Die Muskeln des Menschen sind die wichtigsten Verbündeten im Kampf gegen Rückenschmerzen. Sie stehen nicht ohne Grund im Mittelpunkt der Rückenprävention. Nur wenn alle Muskeln, und besonders die des Rückens, gut zusammenarbeiten und kräftig genug sind, haben es Rückenschmerzen schwer. 

Was schwächt die Muskeln?
Zu wenig Bewegung. Wenn Muskeln nicht kontinuierlich Kraft entwickeln dürfen, bauen sie wortwörtlich ab. Genauer: Die Eiweiße in der Muskulatur werden abgebaut, Muskelschwund und Muskelverspannungen sind die Folge. Doch nicht nur Bewegungsmangel ist problematisch, auch zu einseitige Bewegungen oder Haltungen können schaden.

Was stärkt die Muskeln?
Bewegung ist das A und O. Gehen, Radfahren, Haus- und Gartenarbeit halten die Muskeln fit. Trotzdem ist auch das gezielte Muskeltraining beim Sport, bei der Bewegungstherapie oder – wenn der Rücken bereits geschädigt ist – im Rahmen einer Rehabilitation wichtig.

Was kann ich tun, wenn die Vorbeugung nicht mehr hilft und ich dauernd unter Rückenschmerzen leide?
Eine Antwort auf diese Frage gibt das Schmerzzentrum in der Fachklinik 360° in Ratingen. Ziel der Ärzte dort ist es, den Patienten von seinen Schmerzen zu befreien und ihm möglichst viel seiner Lebensqualität zurückzugeben. Woher Rückenschmerzen kommen und wie man gegen sie vorgehen kann – das erklärt Klaus-Peter Renckhoff, Leiter der Abteilung für spezielle und interdisziplinäre Schmerztherapie mit dem besonderen Fokus auf der Volkskrankheit Rückenschmerz.
 

Interview:

Jeder zweite Patient, der eine orthopädische Praxis oder eine zentrale Notaufnahme aufsucht, tut dies aufgrund akuter oder chronischer Wirbelsäulenbeschwerden – was bedeutet das in der Praxis?

Klaus-Peter Renckhoff:
Auf Ruhrpott-Deutsch - „Rücken“ ist allgegenwärtig und nimmt zu. Wir sehen, wie verbreitet dieses Leiden in der Bevölkerung ist und welch‘ großer Bedarf an therapeutischer Intervention schon jetzt besteht. Wenn nicht gerade eine schwere neurologische Störung wie eine Blasen- und Darmfunktionsstörung oder ein beginnendes bzw. bestehendes Querschnittssyndrom vorliegen, werden Rückenschmerzen zunächst konservativ, also nicht-operativ, behandelt. In der Regel kann eine solche Therapie ambulant durch einen Orthopäden, Schmerztherapeuten, Chirurgen, Neurochirurgen oder Radiologen in der Praxis erfolgen. Reicht diese Behandlung nicht aus, greift die konservative, stationäre Multimodale Therapie des Schmerzzentrums der Fachklinik 360° in Ratingen.

 

Woher können akute, tiefsitzende Rückenschmerzenkommen?

Klaus-Peter Renckhoff:
Sie sind häufig auf ein Verheben oder eine ruckartige Bewegung zurückzuführen. Oftmals treten sie aber auch auf, ohne dass wir uns an ein passendes „Ereignis“ erinnern können. Ursache sind nicht selten auch Verrenkungen, Blockaden oder Reizungen der kleinen Wirbelgelenke. Daneben kann es sich aber auch um einen Bandscheibenvorfall (Prolaps) oder eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) handeln. Das besonders dann, wenn der Schmerz in die Umgebung - zumeist in die Beine - ausstrahlt. Entscheidend für die Art der Weiterbehandlung von Rückenschmerzen sind eventuell begleitend auftretende neurologische Ausfallerscheinungen. Dies können etwa Taubheits- oder Kribbel-Missempfindungen oder auch Schwächegefühle in den Beinen sein. Der Auslöser ist meist ein Bandscheibenvorfall, welcher sich operativ oder konservativ behandeln lässt. Bei Blasen- oder Darmfunktionsstörungen ist allerdings eine sofortige operative Intervention erforderlich.

 

Wie können chronische Wirbelsäulenbeschwerden entstehen?

Klaus-Peter Renckhoff:
Sie entstehen in der Regel aufgrund degenerativer Veränderungen. Diese können allerdings auch akute Schmerzepisoden auslösen. Weitere Ursachen können sein: Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), Wirbelkörpereinbrüche bei Osteoporose, Wirbelkörpermetastasen oder eine Spinalkanalstenose bzw. Tumoren im Rückenmarkskanal.

 

Schmerzzentrum der Fachklinik 360° in Ratingen
Kontakt und Terminvereinbarung:
Tel.: 02102 206-5118
Tel.: 02102 206-5117
Chefarzt: Klaus-Peter Renckhoff