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Schmerzzentrum 360° in Ratingen

Im Mittelpunkt des Schmerzzentrums 360° steht die Abklärung und Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Damit Wirbelsäulen- und Gelenkerkrankungen schnell und nachhaltig behandelt werden können, arbeitet das Schmerzzentrum 360° mit mikrotherapeutischen Ansätzen und speziellen Verfahren der Schmerztherapie. Die Abteilung für spezielle und interdisziplinäre Schmerztherapie steht unter der Leitung von Chefarzt Klaus-Peter Renckhoff. Er hat lange Jahre im Bochumer Grönemeyer Institut gearbeitet.

Chefarzt Klaus-Peter Renckhoff leitet ein interdisziplinäres Team, das aus Chirurgen, Anästhesisten (mit dem Schwerpunkt spezielle Schmerztherapie), Mikrotherapeuten, Radiologen, Psychologen und Physiotherapeuten besteht. Die Ärzte stehen jederzeit im engen Austausch und sorgen somit für ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Gemeinsam mit der Patientin und dem Patienten wird ein individueller Therapieplan entwickelt.

Die Behandlung kann flankiert werden von physiotherapeutischen, orthopädischen, medikamentösen und weiteren Verfahren. Dabei ist immer das Ziel, den Schmerzauslöser nach Möglichkeit direkt unter Einsatz minimal- und mikro-invasiver Maßnahmen zu behandeln. „Micro is more“ lautet die Devise - der Behandlungspfad geht immer von leicht nach schwer. Verfolgt wird eine ganzheitliche Behandlungsform, das mikrotherapeutische Konzept besteht aus drei Säulen.

  • Moderne klinische und radiologische Diagnostik
  • Mikrotherapeutische Verfahren
  • Krankengymnastik

In unserem Schmerzzentrum gehen wir nach der Behandlungsdevise „von leicht nach schwer“ vor. Das heißt: Die Methoden sollen so klein und schonend wie möglich sein, angewendet wird nur so viel, wie für eine deutliche Verbesserung der individuellen Gesundheitslage auch notwendig ist. In einigen Fällen kann es möglich sein, dass sich auf dem Weg der konservativen Therapie auch nach längerem Zeitpunkt keine erkennbare Besserung einstellt. In diesen Fällen können wir in unserem Hause einen fließenden Übergang zu einer operativen Behandlung gewährleisten. Sie wird unter der Führung von Dr. Erdogan Altunok, dem Chefarzt der Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie, durchgeführt.

Interventionelle Schmerztherapie

Therapie der Facettengelenke (FAB, FAA)

Therapie der Facettengelenke (FAB, FAA), der Costotransversal- und Costovertebralgelenke (CTT) und der Iliosakralgelenke bei chronischen oder akuten Nacken-, Brust- oder Rückenschmerzen infolge von Arthrose oder Verschleiß der Wirbelsäule

Die Patienten leiden nicht selten unter Nacken-, Brust- oder Rückenschmerzen ohne eindeutige Ausstrahlung in Armen oder Beinen. Häufig sind die Schmerzen morgens nach dem Aufwachen intensiv und lassen erst langsam und nach Bewegung im Laufe des Tages nach, können aber bei Belastung auch wieder intensiver werden. Durch Schmerzen kommt es nicht selten zu mangelnder Bewegung, dadurch wird die Muskulatur zunehmend schwächer, was wiederum die Krankheit begünstigt.

Therapie des Nervenreizsyndroms (Periradikuläre Therapie, PRT)

Therapie des Nervenreizsyndroms (Periradikuläre Therapie, PRT) bei chronischen oder akuten Nacken-, Schulter-oder Armschmerzen, bei Rücken- und Beinschmerzen mit oder ohne begleitender Taubheit bzw. Kraftminderung in Armen oder Beinen infolge eines Bandscheibenvorfalls und/oder Einengung der Nervenaustrittsstellen 

Viele Patienten leiden unter akuten oder chronischen Schmerzen im Bereich des Rückens, der Beine oder des Nackens, der Schultern und der Arme infolge von Bandscheibenvorfällen. Wenn konservative Behandlungen wie Schmerzmedikamente, lokale Wärmeapplikation, Krankengymnastik usw. nicht die erwünschte Besserung erbringen, kann mit einer gezielten, bildgesteuerten Mikrotherapie begonnen werden. Dabei werden unter computertomographischer Steuerung gezielte Behandlungen um und an der Nervenwurzel durchgeführt.

Knochenzement-Stabilisierung (Vertebroplastie, Kyphoplastie)

Knochenzement-Stabilisierung (Vertebroplastie, Kyphoplastie) bei Rückenschmerzen infolge gebrochener Wirbelkörper bei Osteoporose 

Die Osteoporose als eine systemische, endokrinologische Erkrankung, kann im Verlauf zu spontanen oder belastungsabhängigen Frakturen vor allem im Oberschenkelhals und Handgelenk, aber auch im Bereich der Wirbelkörper führen. Die Folgen sind starke bewegungsabhängige Schmerzen, die kaum durch Schmerzmittel zu behandeln sind. Ein sehr effektives Verfahren in der Behandlung solcher Wirbelkörperfrakturen ist die perkutane Wirbelkörperzementstabilisierung (Vertebroplastie). Die Vertebroplastie dient zur Aufrichtung und Stabilisierung von gebrochenen Brustwirbel- und Lendenwirbelfrakturen.

Kontrastmitteldarstellung der Bandscheibe (Discographie)

Kontrastmitteldarstellung der Bandscheibe (Discographie) und Bandscheibenbehandlung bei Bandscheibenvorfall oder -vorwölbung 

Bei der Behandlung erkrankter Bandscheiben werden durch die Haut (perkutan) Kanülen und Sonden in die Bandscheibe eingeführt. Die Therapie erfolgt ohne große Wunden unter Bildkontrolle (Röntgen, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)). Die Diskographie wird in örtlicher Betäubung ohne Vollnarkose durchgeführt.

Bandscheibenverkleinerung durch Laserenergie (Perkutane Diskusdekompression = PLDD)

Bandscheibenverkleinerung durch Laserenergie (Perkutane Diskusdekompression = PLDD) oder Bandscheibenbehandlung mittels Radiofrequenzenergie (Nucleoplastie) bei Bandscheibenvorfall oder -vorwölbung 

Bei der Behandlung erkrankter Bandscheiben werden durch die Haut (perkutan) Kanülen und Sonden in die Bandscheibe eingeführt. Die Therapie erfolgt ohne große Wunden unter Bildkontrolle (Röntgen, Computertomographie (CT) oder Kernspintomographie (MRT)). Die Bandscheibenverkleinerung wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.

Endoskopisch kontrollierte Bandscheibenentfernung

Bandscheibenfestigung durch einen Wärmekatheter

Bandscheibenfestigung durch Einsatz eines Wärmekatheters (Intradiskale elektrothermale Therapie = IDET)

Die körpereigene Bandscheibenzelltransplantation

Die mit einem kleinen Eingriff unter örtlicher Betäubung entnommenen Bandscheibenzellen werden mit einem speziellen Zellkulturverfahren und ohne Zusatz von Fremdstoffen vermehrt. Die Transplantation – also das Einpflanzen der gezüchteten Zellen - erfolgt, sobald der äußere Faserring der Bandscheibe von der Entnahme ausreichend verheilt ist. Die körpereigenen Zellen verbinden sich in der Bandscheibe mit dem gesunden Knorpel und bilden neues Bandscheibengewebe. Ziel der Bandscheibenzelltransplantation ist es, den Wassergehalt in der Bandscheibe zu erhöhen und die stoßdämpfende Wirkung zu verbessern. Die Beweglichkeit des Rückens bleibt erhalten.

  • Minimal-invasive Behandlung bei Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen, Gelenkbeschwerden, gebrochenen Wirbelkörpern, Narben und arterieller Verschlusskrankheit (Raucherbein)
  • Mikrotherapie von Wirbelsäule und Gelenken
  • Ganglionäre lokale Opioidanalgesie (GLOA), z. B. am Ganglion stellatum oder am Ganglion cervicale superius
  • Grenzstrangblockaden
  • Neurolytische Blockaden
  • Neuromodulative Verfahren, z. B. Spinal Cord Stimulation (SCS)

Spezielle Schmerztherapie

Behandlung von nozizeptiven, neuropathischen und dysfunktionalen/somatoformen Schmerzen, d. h. Behandlung von Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen, Behandlung von Schmerzen des gesamten Bewegungsapparates (Gelenk-, Rheuma- und Muskelschmerz), Nervenschmerz (Schmerzen nach Bandscheibenvorfällen und Bandscheibenoperationen, nach Amputationen, nach Herpes zoster, bei CRPS/M. Sudeck, Schmerzen bei Diabetes mellitus und Polyneuropathie) sowie Ganzkörperschmerz.

Psychologische Therapie

Schmerzen, die über längere Zeit (mehr als 3 bis 6 Monate) anhalten, können alle Lebensbereiche negativ beeinflussen. Häufige Folgen sind Angst vor (schmerzauslösender) Bewegung, traurig-depressive, ängstliche oder aggressive (wütende/ärgerliche) Verstimmung, sozialer Rückzug und sozialer Abstieg, z.B. durch Arbeitsplatzverlust. Der psychosomatische Ansatz zur Behandlung von chronischen Schmerzstörungen sowie wichtiger Begleiterkrankungen, wie z. B. von Ängsten und Depressionen, wird durch Psychologen und Psychiater abgedeckt.

Die fünf häufigsten Erkrankungen des Rückens

Jede Therapie sollte grundsätzlich von leicht nach schwer geplant werden, um den Patienten so wenig wie möglich zu belasten. Eine Kombination von Hightech und Naturheilkunde bietet sich gerade bei chronischen Schmerzzuständen und auch nach Operationen an. Die Osteopathie oder Physiotherapie begleitend zur invasiven Behandlung ist ein Muss jedes effektiven Schmerztherapieansatzes sowohl zur Beschleunigung der Heilung als auch zur Rehabilitation. Diese Methoden wirken vorbeugend und sollen Neuerkrankungen verhindern. Trotz der neuen Therapieansätze und der besseren Aussicht auf Heilung müssen wir mehr Verantwortung für unseren Rücken übernehmen. Nie hat sich der Sinnspruch „Vorbeugung ist die beste Medizin“ so bewahrheitet wie angesichts des Volksleidens Rückenschmerz.

Den größten Teil der Belastungen in unserer Lebenszeit müssen die Bandscheiben aufnehmen. Je älter wir werden, desto dünner werden die Bandscheiben. Die Rückenmuskulatur schrumpft. Dann müssen die Wirbelgelenke, die die Beweglichkeit unseres Rückens ermöglichen, die vermehrten Belastungen aufnehmen. Die Facettengelenke sind dabei sehr gefordert. Besonders der untere Teil unserer Wirbelsäule, die Lendenwirbelsäule, wird stark belastet. Wenn die Bandscheiben mit zunehmendem Alter schrumpfen, lasten beinahe 70 Prozent unseres Gewichts auf den Facettengelenken. Wie beweglich das Facettengelenk ist, hängt vor allem von seiner Flüssigkeit ab. Je älter wir werden, desto weniger Wasser enthält die Gelenksflüssigkeit. Die glatte Knorpeloberfläche wird allmählich rau und dünn, Belastungen werden nicht mehr genügend abgefedert. Die Abnutzung führt zu Entzündungen. Die Abnutzung führt zu Entzündungen. Um aber das Gelenk zu stabilisieren transportiert der Körper Kalzium zu den entzündeten Stellen. Das Kalzium lagert sich ab und bildet neuen Knochen. Das Gelenk verknöchert bzw. versteift und wird unbeweglich. Der Patient kann dann an einer Arthrose der Facettengelenke leiden.

Wenn wir an Rückenschmerzen denken, fallen uns als Ursache sofort die Bandscheiben ein. Doch rund 80 Prozent aller Rückenbeschwerden sind auf eine schwache Rückenmuskulatur zurückzuführen. Die Bandscheibe besteht aus weichem Knorpelgewebe und dient uns als Stoßdämpfer. Der äußere Ring ist faserhaltig und schließt an das Knorpelgewebe der Wirbelkörper an. Das Innere der Bandscheibe besteht dagegen aus Wasser - zu 90 Prozent bei einem Neugeborenen und immerhin noch bis zu 70 Prozent bei einem alten Menschen. Da sie elastisch ist, kann sie sich je nach Art der Belastung zusammenziehen oder ausdehnen und nimmt dabei Nährstoffe auf. Das ist der so genannte osmotische Prozess. Regelmäßige und ausreichende Bewegung ist daher für eine gesunde Bandscheibe unerlässlich, vor allem mit zunehmendem Alter. Wenig Bewegung und falsche, vor allem starke Belastung schadet ihr.

Der äußere Faserring ermüdet allmählich. Das flüssige Innere beult die Bandscheibe aus, die dann auf einen Nerv drückt und Schmerzen verursachen kann.

Unsere Wirbelsäule ist auch an anderen Stellen großen Belastungen ausgesetzt. Der Beckenbereich, die Verbindung zwischen Oberkörper und den Beinen, sorgt für die Stabilität unseres Körpers. Diese zentrale Verbindung besteht aus den beiden Beckenschaufeln und dem Kreuzbein, dem unteren Ende der Wirbelsäule. Die Beckenschaufeln und das Kreuzbein sind verbunden durch das so genannte Kreuzdarmbeingelenk oder auch Iliosakralgelenk. Wenn wir etwas Schweres heben, dann lastet das Gewicht auf dem Kreuzbein und drückt die Beckenschaufeln auseinander. Um das zu vermeiden, ist unser Becken mit besonders starken Bändern ausgestattet. Das Gewicht, welches wir tragen, spannt die Bänder bis zum Äußersten und presst die Gelenkflächen von Beckenschaufeln und Kreuzbein stark gegeneinander. Je älter wir werden, desto mehr Rillen und Fugen entstehen auf den Gelenkflächen. Die Gelenkflächen von Kreuzbein und Becken nutzen sich also mit zunehmendem Alter ab. Durch die Abnutzung verschieben sich die Gelenkflächen immer mehr zueinander. Die Folgen sind ein schief sitzendes Becken oder sogar Arthrose: extremer Verschleiß des Gelenks.

Häufig sind es angeborene Ungenauigkeiten, die uns Probleme bereiten. Die Wirbelsäule versucht, die kleinen Makel auszugleichen – und sämtliche Elemente unseres Rückgrats leiden darunter. So ist das so genannte Wirbelgleiten nicht nur die Folge von natürlichem Verschleiß, sondern kann auch durch einen angeborenen Fehler verursacht werden. Das Wirbelgleiten betrifft vor allem den unteren, hoch belasteten Teil unserer Wirbelsäule: die Lendenwirbel. Die Wirbel verrutschen leicht (sind instabil), wenn sie nicht von starken Bändern und Muskeln gehalten werden.

Eine reine Folge schwerer körperlicher und einseitiger Belastungen ist dagegen die so genannte Spinalkanalstenose, das Zuwachsen des Wirbelkanals, durch den das Rückenmark mit seinen Nervenbahnen verläuft. Geht ein Mensch über einen längeren Zeitraum einer körperlich anstrengenden, oft einseitigen Arbeit nach, verdicken sich die Knochen, Gelenke und Bänder. Nur so können sie den vermehrten Belastungen standhalten. So auch die Wirbelknochen unserer Wirbelsäule. Das zusätzliche Knochengewebe wächst nach Innen und drückt auf das Rückenmark. Nicht nur der Rückenmarkskanal, sondern auch alle weiteren Öffnungen zwischen den Wirbeln, durch die Nervenbahnen verlaufen, können von diesen Einlagerungen betroffen sein. Die Nerven, welche durch die verengten Kanäle laufen, werden gereizt.