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Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes

Wenn bei zunehmender Belastung jeder Schritt im Fuß schmerzt und die Knöchel anschwellen ist häufig eine Arthrose (Gelenkverschleiß) die Ursache. Hierbei kommt es zur Abnutzung des Gelenkknorpels. Mit zunehmendem Verschleiß verringert sich der Gelenkspalt und die zerstörten Gelenkflächen reiben aufeinander. Die entstehenden Abriebprodukte führen zu einer Entzündung der Gelenkschleimhaut mit Schmerzen und Schwellung.

Die Arthrose des oberen Sprunggelenkes ist keine Alterserscheinung und betrifft häufig jüngere Patienten. Regelhaft führen Verletzungsfolgen wie Knochenbrüche und alte Bandverletzungen mit Entstehung von Gelenkinstabilitäten zum Verschleiß des Gelenkes.

Zu Beginn ist der morgendliche Anlaufschmerz nach dem Aufstehen sehr häufig. Ist der Fuß eingelaufen bessern sich die Beschwerden zunächst. Mit zunehmendem Verschleiß des Gelenkes kommt es dann zum Dauerschmerz. Längere Belastungen sind meist nicht mehr möglich.

Die typischen Beschwerden sind dann Schmerz, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Das geschwollene Gelenk ist sehr druckschmerzhaft. Die verminderte Beweglichkeit zeigt sich häufig durch Probleme beim Treppensteigen.

Mit einer Röntgenuntersuchung kann der Schweregrad der Arthrose festgestellt werden. Stadienabhängig stehen unterschiedliche Therapiekonzepte zur Verfügung.

Therapie bei Gelenkverschleiß des oberen Sprunggelenkes

Die Gelenkspiegelung

Die Arthroskopie des oberen Sprunggelenkes ist eine minimal-invasive Operationstechnik im Frühstadium der Arthrose mit sehr guten Ergebnissen. Mit nur 2 kleinen Schnitten wird eine Kamera und kleine Instrumente in das Gelenk eingebracht. Die entzündete Gelenkschleimhaut und schmerzhafte Narben die im Gelenk stören werden entfernt.

Häufig führen Knochennasen zu Bewegungseinschränkungen die ebenfalls reseziert werden können. Die Beurteilung der Knorpelqualität und der Stabilität des Bandapparates ist ebenfalls möglich.

Nach der Operation sollte der Fuß für 2 Wochen mit 20 kg teilbelastet werden.

Moderne Knorpelmembranen

Bei osteochondralen Läsionen kommt es zu lokal begrenzten Knorpelschäden. Bei kleinen Defekten kann durch Knochenbohrungen die Bildung eines Ersatzknorpels angeregt werden. Große Knorpelschäden machen das Einbringen moderner Knorpelmembranen notwendig.

 

Außenbandrekonstruktionen

Alte Bandverletzungen mit Ausbildung einer Gelenkinstabilität führen häufig zum Gelenkverschleiß. Wenn dies früh genug erkannt wird kann die Wiederherstellung der Kapsel und Bänder den Verschleiß verhindern. Bei den sogenannten Außenbandplastiken werden freie Sehnentransplantate oder Sehnenverlagerungen zur Rekonstruktion des Außenbandapparates verwendet.

 

Knöcherne Korrekturoperationen

Fußfehlstellungen führen zur ungleichmäßigen Belastung des oberen Sprunggelenkes. Die Entstehung einer Arthrose ist häufig die Folge. Knöcherne Korrekturoperationen wie z.B. eine Fersenbeinumstellung können die Gelenkbelastung normalisieren und den Verschleiß des Gelenkes verhindern.

 

Das Kunstgelenk

Bei hochgradigem Verschleiß ist eine Wiederherstellung des Gelenkknorpels nicht mehr möglich. In diesen Fällen ist das Einbringen eines Kunstgelenkes oder die Versteifung das Mittel der Wahl.

Nach Implantation einer Totalendoprothese des oberen Sprunggelenkes bleibt die Beweglichkeit des Fußes erhalten und eine Veränderung des Gangbildes kann vermieden werden.

Allerdings eignet sich nicht jeder Patient zur Implantation eines Kunstgelenkes. Insbesondere bei jungen aktiven Patienten kommt es zu häufig zu frühzeitigen Lockerungen des Implantates. Aber auch bei Arthrose des oberen und des unteren Sprunggelenkes oder extremen Fußfehlstellungen ist das Einbringen eines Kunstgelenkes nicht sinnvoll.

Das Kunstgelenk besteht aus 3 Teilen. Zwei titanbeschichtete Metallelemente haben spezielle Zapfen und können in Verklemmungstechnik stabil im Knochen verankert werden. Ein drittes Element aus Kunststoff wird als Zwischenscheibe eingebracht.

Bereits nach 2 Wochen kann die Physiotherapie beginnen und der Fuß in einem Aircastwalker voll belastet werden.

Die Versteifung

Ist das Einbringen eines künstlichen Gelenkes nicht sinnvoll ist die Versteifung die letzte Therapieoption.

Nach einer Versteifung des oberen Sprunggelenkes ist die Beweglichkeit oft besser als erwartet.

Die Funktion des oberen Sprunggelenkes wird von den Nachbargelenkes übernommen. Somit ist die Beweglichkeit des Fußes häufig besser als erwartet und das Gangbild kaum verändert.

Nach Entfernung des Restknorpels wird der Knochen angefrischt und der Fuß in Neutralposition versteift. Die Fixierung erfolgt mit 4 Schrauben oder mit einem Arthrodesenagel.

Nach der Operation wird der Fuß in einem Aircastwalker ruhiggestellt und darf 12 Wochen mit 20 kg teilbelastet werden.